Bach Johann Sebastian Bach
Sechs Suiten für Viola solo
herausgegben von Hebert Lindsberger

Anna Magdalena Bachs Abschrift der Sechs Suiten für Violoncello solo nahezu kompromisslos als wichtigste Quelle anzuerkennen, ist vorrangiges Ziel dieser, aus zwei Heften bestehenden Transkription. Nachdem der Suitenzyklus auch zum Standardrepertoire für Bratschisten zählt, war es mir Anliegen, den bestehenden Ausgaben eine weitere, eine sich an der qualitätvollen Arbeit von Urtextverlagen orientierende hinzu zu fügen. In Heft I dieser Neuerscheinung wird nun ebendiese Abschrift wiedergegeben, und es ist mehr als "die Aura des gemeinsamen Haushalts", was diese Quelle so spannend macht (obgleich man "die räumliche Nähe zum Schaffensprozess" nicht unterschätzen soll). Heft II bietet mit ergänzten und zusätzlichen Artikulationsbezeichnungen sowie Fingersätzen und Verzierungen eine spielpraktische Einrichtung.

„Um den über hundert bestehenden Editionen der Cellosuiten Bachs eine weitere hinzuzufügen, bedarf es wohl triftiger Gründe. Während die Cellisten den Luxus genießen, unter mehreren, vorwiegend zum Bachjahr 2000 neu erschienenen Urtextausgaben wählen zu können, war die Notensituation für Bratschisten, zu deren Standardrepertoire diese Suiten ja auch zählen, bis jetzt einigermaßen unerfreulich, womit der Hauptgrund für diese Edition genannt sei. Da sich Urtextverlage aber in der Regel keiner Bearbeitungen annehmen, und auch die Quellensituation auf Grund eines fehlenden Autographs alles andere als einfach ist, blieb die Arbeit einer wissenschaftlichen Kriterien folgenden Transkription bis jetzt unerledigt...“

Herbert Lindsberger, geboren in Lienz; Schulmusik- und Instrumentalmusikstudium sowie Konzertfach Viola (Prof. Jürgen Geise) an der Hochschule Mozarteum Salzburg. Abschluss mit Diplom und Magister artium. Meisterkurse und Ergänzungsstudium bei Prof. Thomas Riebl. Intensive Beschäftigung mit Barockmusik als Mitglied zahlreicher Spezial-Ensembles in Wien und Salzburg (Clemencic Consort, Wiener Akademie, Salzburger Barockensemble, Armonico Tributo Austria), sowie Mitwirkung im Concentus Musicus Wien. Konzerte in ganz Europa (u.a. Schleswig Holstein Festival, Wiener Festwochen, Salzburger Festspiele, Styriarte Graz, Lissabon, Barcelona, Paris) sowie Auftritte beim Israel Festival Jerusalem und Adelaide Music Festival/Australien. Als Bratschist im Mozarteum Quartett Gast bei den bedeutendsten Konzertveranstaltern und Festivals. Solistische Auftritte u.a. mit der Wiener Akademie und dem Mozarteum Orchester Salzburg. Dozent bei Kammermusikkursen in Neuberg, Siena (Accademia Chigiana) und Goiania (Brasilien). Dozent für Viola bei Arbeitsphasen der Landesjugendorchester Oberösterreichs und Tirols. Zahlreiche Auszeichnungen für Plattenaufnahmen (u.a. ein Grand Prix du Disque mit Pergolesi "Stabat Mater"/ Clemencic Consort

Jürgen Geise,
Professor an der Universität für Musik Mozarteum Salzburg, auf die Frage eines Journalisten nach der Notwendigkeit für eine neue, nach wissenschaftlichen Kriterien erstellte Transkription der Cellosuiten für Viola:

„ ... und ich gratuliere dem Herbert [Lindsberger], den ich sehr schätze, dass er sich diese entsetzliche Mühe gemacht hat, endlich eine Ausgabe auf den Markt zu bringen, die sinnvoll ist, aus der man spielen kann!“

Editio Alto Musikverlag - Music Publishing

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